Stillgelegte Bahnstrecken

Schwanden - Elm (Sernftalbahn)

Streckenkarte
Länge: 14 km
Strecke eröffnet: 07. August 1905 durch die SeTB (Sernftalbahn)
Spurbreite: 1000 mm
Elektrifizierung: seit Eröffnung mit 750 V Gleichstrom
Personenverkehr eingestellt: 1969
Güterverkehr eingestellt: 1969
Strecke abgebrochen: 1969

Geschichte


Das Sernftal ist ein im Kanton Glarus liegendes Seitental, das in Schwanden vom Tal der Linth nach Osten abzweigt. Das ursprünglich bäuerlich geprägte Tal, in dem bereits im 18. Jahrhundert erste Spinnerei- und Webereibetriebe anzutreffen waren, beherbergt die drei Dörfer Engi, Matt und Elm.
Die aufstrebende Industrie im Tal verlangte bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Erschliessung des Tals durch die Eisenbahn. Nachdem die Landsgemeinde 1903 die Konzession für den Bau und Betrieb einer schmalspurigen Überlandstrassenbahn von Schwanden nach Elm erteilt hatte, konnte der Bahnbau im Spätsommer 1904 beginnen.

Östlich des SBB-Empfangsgebäudes von Schwanden hatte die SeTB ihren Ausgangspunkt. Die Strecke führte durch das enge untere Sernftal über Wart nach Engi-Vorderdorf, wo sich das Tal verbreitert. Von dort ging es über Engi-Hinterdorf und Matt weiter nach Elm, der Endstation der Strecke. Die Höhendifferenz über die ganze Strecke betrug 439 m, mit einem Maximalgefälle von 41 Promille. Die Bahn wurde von Beginn weg elektrisch betrieben. Die alten zweiachsigen Motortriebwagen wurden 1949 durch drei moderne Triebwagen des Typs CFe 4/4 ersetzt.
Immer mehr zur Diskussion Anlass gab die gemeinsame Benützung der Strasse durch die Bahn und den Strassenverkehr. Das Projekt eines Waffenplatzes der Armee bei Elm in den 60er Jahren, der einen weiteren deutlichen Verkehrsanstieg auf der Strasse (Militärfahrzeuge) befürchten liess, führte auch nicht gerade zur Beilegung dieses Diskussionspunktes. Dazu kam, dass die Sernftalbahn nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges immer mehr mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte.
Mitte der 60er Jahre befanden sich die Gleisanlagen der SeTB in einem derart desolaten Zustand, dass die Stilllegung der Bahn und die Umstellung auf einen Busbetrieb beschlossen wurde.

Am 31. Mai 1969 verkehrte der letzte Zug der Sernftalbahn, danach wurden die Gleise abgebrochen. Für immer verschwand die Sernftalbahn aus dem Tal. Bereits im August 1969 waren die Bahnanlagen auf der ganzen Strecke abgebaut, mit der Sanierung der Sernftalstrasse konnte begonnen werden.

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