Stillgelegte Bahnstrecken

Wohlen - Meisterschwanden

Streckenkarte
Länge: 8,2 km
Strecke eröffnet: 16. Dezember 1916 durch die WM (Wohlen - Meisterschwanden-Bahn)
Spurbreite: 1435 mm
Elektrifizierung: seit Eröffnung mit 1000V DC; am 18. März 1966 Umstellung auf 15'000V AC 16 2/3 Hz
Personenverkehr eingestellt: 1997
Güterverkehr eingestellt: 1999
Strecke abgebrochen: 1999 (Villmergen - Meisterschwanden)

Geschichte


Das Gebiet zwischem dem Hallwiler See und Wohlen suchte Anschluss ans Schweizerische Bahnnetz. Einmal mehr standen sich die Verfechter einer kostengünstigen Schmalspurbahn sowie die Befürworter einer Normalspurbahn, die keine komplizierte Güterumschläge von der SBB erforderte, gegenüber. Da das Gebiet, durch welches die Bahn führen sollte, sehr dünn besiedelt ist, zeichnete sich vorläufig keine Lösung ab.
Im Jahre 1911 folgte schliesslich der Entschluss, eine Normalspurbahn von Wohlen nach Meisterschwanden zu bauen, mit der Option einer späteren Fortsetzung nach Boniswil, um dort den Anschluss an die Seetalbahn herstellen zu können.
Im Herbst 1914 begannen die Bauarbeiten. Die Trassierung erforderte keine grosse Kunstbauten, weitgehend folgte man dem Verlauf der Hauptstrasse. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges verzögerten sich die Bauarbeiten, bis die Strecke schliesslich am 16. Dezember 1916 eröffnet werden konnte.
Zu Beginn war die Bahn recht erfolgreich, doch vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg begannen die Fahrgastzahlen zu sinken. Der Güterverkehr hingegen nahm zu; vor allem zwischen Wohlen und Villmergen waren einige gute Güterverkehrskunden ansässig. Trotz der sinkenden Fahrgastzahlen beschloss man 1964, die Bahn zu sanieren und das Stromsystem jenem der SBB anzupassen. Gleichzeitig wurde die Rollmaterialflotte erneuert.
Der Personenverkehr kam aber auch weiterhin auf keinen grünen Zweig. Als die Bahn 1993 mit der Schliessung des Stahlwerks Wohlen einen seiner besten Kunden verlor, war die Bahn nicht mehr zu retten. Am 31. Mai 1997 wurde der Personenverkehr aufgehoben. Das Teilstück Wohlen - Villmergen blieb für den Güterverkehr erhalten, der Rest der Strecke wurde abgebrochen und an seiner Stelle zwischen Villmergen und Sarmenstorf ein Radweg errichtet.

Bilder des heutigen Zustands

Die Gleisanlagen zwischen Wohlen und dem Dorfrand von Villmergen sind noch vorhanden, befinden sich aber in einem ziemlich armseligen Zustand. Die Stationsgebäude von Villmergen und Sarmenstorf sind inzwischen abgerissen, jenes von Fahrwangen-Meisterschwanden ist bis heute erhalten geblieben. Zwischen Villmergen und Sarmenstorf liegt an Stelle der Bahntrasse ein Radweg, zwischen Sarmenstorf und Fahrwangen ist der eigentrassierte Bahndamm teilweise noch erkennbar. Am 17. August 2008 war ich zwischen Wohlen und Meisterschwanden unterwegs, um die Reste der Bahnstrecke zu fotografieren.

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