Stillgelegte Bahnstrecken

Beromünster - Beinwil am See

Streckenkarte
Länge: 8 km
Strecke eröffnet: 23. Januar 1887 (Beinwil am See - Reinach SBB) durch die STB (Seethalbahn)
1. Oktober 1906 (Reinach SBB - Beromünster) durch die STB
am 1. Januar 1922 von den SBB übernommen
Spurbreite: 1435 mm
Elektrifizierung: 10. Mai 1910 mit 5500V AC 25Hz; am 1. Oktober 1930 Umstellung auf 15'000V AC 16 2/3 Hz
Personenverkehr eingestellt: 1992
Güterverkehr eingestellt: 1999
Strecke abgebrochen: 2000 bis 2003

Geschichte


Der Streckenabschnitt Beinwil am See - Reinach ist eigentlich eher zufällig entstanden. Beim Bau der durchgehenden Seetallinie von Lenzburg nach Emmenbrücke geriet die Bahngesellschaft in finanzielle Nöte. Mit Erteilung der Konzession für die Linie Beinwil am See - Reinach reichte dann das Geld, um die durchgehende Seetallinie zu vollenden.

Die Fortsetzung nach Beromünster liess dann um so mehr auf sich warten. Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren verschiedene Varianten von Bahnstrecken im Bereich Beromünster im Gespräch. Es gab Ideen von Linienführungen von Reinach über Beromünster nach Sursee oder gar bis nach Rothenburg. Wie immer stellte sich dabei die Frage Normalspur oder Schmalspur und wie immer spielte die Konkurrenz verschiedener Bahngesellschaften eine entscheindende Rolle.
So wollte zum Beispiel die Wynentalbahn, die ihre Schmalspurstrecke von Aarau nach Menziken 1904 eröffnet hatte, ihre Linie über Beromünster nach Rothenburg weiterführen. Diese Pläne gefielen der damaligen Seethalbahn natürlich nicht, sah sie doch in einer durchgehenden Bahnlinie Aarau - Rothenburg eine ernsthafte Konkurrenz. So reichte auch die Seethalbahn ein Konzessionsgesuch für die Fortsetzung ihrer Linie von Reinach nach Beromünster ein, um sich die Konkurrenz der Wynentalbahn vom Leibe zu halten. Nach etlichen Querelen, in die sich gar der Bundesrat einmischte, erhielt die Seethalbahn den Zuschlag und konnte ihre Strecke bis Beromünster fortsetzen.
Obwohl die Bahnstrecke nur gerade 5 Kilometer lang war, kam es beim Bau zu einigen Problemen. Die Steigung zwischen Menziken und Beromünster war enorm und zusätzlich musste kurz vor Beromünster eine Moräne durchquert werden. Mit einem Festtag in Beromünster wurde die neue Bahnstrecke am 30. September 1906 eröffnet.
1922 ging die Bahnstrecke Beinwil am See - Beromünster zusammen mit der Seetallinie an die SBB über, welche die mit 5500V Wechselspannung elektrifizierte Strecke 1930 auf das bei den SBB übliche Stromsystem mit 15'000V Wechselspannung umstellten.

1992 wurde der Personenverkehr zwischen Beinwil am See und Beromünster auf Busbetrieb umgestellt. Die Bahnstrecke diente daraufhin noch dem Güterverkehr. Nach dem Abbruch der Strecke im Jahr 2000 erstand die Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) das Trassee und verlegte ihre Bahnstrecke zwischen Reinach und Menziken auf das Trassee der vormaligen SBB-Strecke, um ihre bis anhin auf der Strasse verlaufende Strecke vom Strassenverkehr zu entflechten. Das Trassee der einstigen SBB-Strecke zwischen Beinwil und Reinach sowie zwischen Menziken und Beromünster liegt seither brach. Die Schienen und die Oberleitung sind entfernt, das Schotterbett ist aber grösstenteils noch intakt.

Bilder des heutigen Zustands

Zwischen dem 24. September und 14. Oktober 2006 war ich zwischen Beromünster und Menziken unterwegs, um die Überbleibsel der Bahnanlagen zu fotografieren. Da sie Strecke erst vor wenigen Jahren abgebaut wurde, sind die Spuren noch deutlich zu sehen.
Die Bilder sind inzwischen allerdings nicht mehr aktuell. Der Moräneneinschnitt bei Beromünster ist inzwischen aufgeschüttet worden und auf dem Trassee zwischen Beromünster und Menziken wurde das Schotterbett von einem Radweg abgelöst.

Weitere interessante Infos und viele Fotos vom einstigen Betrieb dieser Strecke finden Sie auf der Homepage von Daniel Ammann zur Seetalbahn.

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